Twinny - eine Lagoon 380 S2
Twinny - eine Lagoon 380 S2

Segelsaison 2019 erst Nördliche Sporaden, dann Dodekanes und Kykladen und eine Havarie

Los geht es am 23. Mai. Vom Yachtyard Levaditis bei Limni (Yachtyard Levaditis)werde ich heute ins Meer geschoben. Mein Skipper ist noch alleine an Bord. Nach dem „Einwassern“ geht es zügig weiter. Erstes Ziel der Saison ist der Ormos beim Thermalbad Loutra/Edipsou.

Vor dort geht es am nächsten Tag gleich weiter um die NW Ecke von EUBÖA herum bis nach OREI an der Nordküste von EUBÖA. Im Hafen trifft mein Skipper die Hoppetossies (https://sy-hoppetosse.jimdofree.com/). Mit Unterstützung von Michael werden noch einige Arbeiten erledigt (z. B. Umlenkung des Großfalls wieder zum Topbeschlag). Hoch“gekrabbelt“ wird mit dem Fassadenkletterzeug von Michael. Geht erstaunlich gut.

Nach einigen Tagen in OREI und der Verproviantierung aus dem Lidl in ISTIAIA geht es weiter zu einem Lieblingsziel – der Niesbucht an der Südwestküste des Golfes von Volos.

 

Hier darf ich ein paar Tage in der Südostecke schwojen während mein Skipper an der Küste wandert und joggt.

Nach ausreichender Erholung meines Skippers soll es weiter gehen. Doch es gestaltet sich als ziemlich herausfordernd, bei ziemlich zunehmendem Gegenwind aus dem Golf zu kommen. So entschließt sich mein Skipper nach vergeblichen Segelversuchen, erst mal in den Os. PTELOU auszuweichen.

 

Tags drauf, bei mäßigeren Bedingungen, motoren wir hauptsächlich gen SKIATHOS, nur teils unterstützt durch Groß und Genua. So geht es bis vor den touristischen Badestrand von KOUKOUNARES.

 

So viel Touristen sind nicht das Ding meines Skippers. Also geht es nach einer Nacht schon weiter gen SKIATHOS Stadt, denn dort kommt demnächst die Pfingst-Crew – Enno und Kristin – an.

Gesegelt wird einfach nach Osten bis in die Westbucht von TSUNGRIA für einen Badestopp. Am späten Nachmittag wird dann von dort noch weiter bis vor SKIATHOS Stadt verholt. Allerdings muss mein Skipper mich am nächsten Tag von dem Ankerplatz wegbringen. Die Hafenpolizei hat das verfügt, denn neben der Anflugschneise des Flughafens darf nicht mehr geankert werden. Also geht es eine Meile um die südliche Ecke des Hafens in den Ormos SIFERI. Dort vor der Steilwand des Friedhofes liegt es sich deutlich ruhiger.

 

Zwischen diesem Ormos SIFERI und der Westbucht von TRUNGRIA geht es in den nächsten Tagen hin und her bis am 10. Juni die Pfingst-Crew ankommt.

 

Mit Enno und Kristin an Bord, etwas später steigt auch Dirk in PATTITIRI noch dazu, wird mal wieder richtig gesegelt. Mit dieser Pfingstcrew sind die nördlichen Sporaden als Törnrevier ausgemacht. So geht es über SKOPELOS, ALONISSOS, PERITERI, PANAGIA, SKANTZOURA und zurück bis SKIATHOS. Für die Pfingst-Crew ist dort Törnende.

 

Für einige Tage ist mein Skipper nun Einhandsegler, bis er, wieder in SKIATHOS, die nächste Crew an Bord nimmt: Erich und Gucki, sowie, endlich, meine Bordfrau Uschi. Mit dieser Crew geht es von hier wieder in die Inselwelt der nördlichen Sporaden. Erich und Gucki gehen dann später in PATTITIRI von Bord.

 

Nach ein paar Tagen zu zweit kommen die nächsten, erfahrenen, Mitsegler in PATTITIRI an Bord: Erika und Bernhard, sowie ihr Sohn Simon. Auch mit diesen wird in diesem herrlichen Revier herumgesegelt. Auf dem Weg zurück nach SKIATHOS wird ein Sturm angekündigt. So entschließt sich mein Skipper in den Os PANORMOS auf SKOPELOS, wieder in den „Südzipfel“, zu gehen. Dort, erstmals in dieser Saison, wird wegen dem zu erwartenden Sturm mit Landleinen festgemacht. Das war keine gute Entscheidung. Bei voraussichtlichen nördlichen Starkwinden, ist eine Nord-Süd Ausrichtung einer Bucht nicht gut. So kommt es in dieser Nacht bei heftigen Winden mit Sturmstärke zu einer Havarie. Der Nachbarsegler will mitten in der Nacht ablegen, wohl weil sein Anker nicht richtig hält. Der Wind bläst sein Schiff jedoch sofort auf meine Ankerkette. Als er versucht, sich davon zu befreien, löst er meinen Anker und ich werde vom Starkwind wegen der haltenden Landleine sofort längsseits auf das Ufer gedrückt. Ein Versuch meines Skippers, das zu verhindern und mit meiner Steuerbordmaschine dagegen zu halten, scheitert. Mein rechter Propeller trifft unter Wasser auf einen Felsbrocken und verliert dabei einen der beiden Flügel. Auch mit dem nächsten Versuch mich mit dem Dinghi frei zu bekommen klappt es nicht. Das Dinghi kentert.

In der Bucht ist die Hölle los. Auch andere Yachties haben Schwierigkeiten und havarieren. Allerdings bliebt es bei Sachschäden. Gut so. Am nächsten Morgen, als es wieder ruhig ist, werden die „Wunden geleckt“. Schäden werden gesichtet, los geworfene Landleinen eingeholt, Paddel des Dinghi gesucht und gefunden, usw.

 

So geht es zunächst mit nur einer Maschine nach SKIATHOS, um unsere Mitsegler für ihre Heimreise abzusetzen.

 

 

Meine Stammcrew, Skipper und Bordfrau, müssen mich nun nach OREI bringen. Dort kann Dimitri, der nicht nur einen Yachtyard betreibt (Boat-parking-north-evia), sondern auch versierter Mechaniker ist, den Propeller unter Wasser tauschen. So kann dann nach einigen Tagen Aufenthalt, der diesjährige Törn weiter gehen.

Es geht zunächst wieder in die „Niesbucht“. Vor dort über die KOUKOUNARES Bucht bis nach PATTITIRI.

 

Meine Crew will in den DODEKANES. Die Route führt über LINARIA auf SYROS, PSARA, CHIOS bis nach KIRYKOS auf IKARIA. Die angenehme und neuwertige, mit EU Geldern gesponserte, Marina für Yachten verfällt schon wieder. Meiner Crew gefällt es hier dennoch gut und wir bleiben für ein paar Tage. So besuchen sie auch den benachbarten Ort mit der Thermalquelle.

 

Eine tolle Bucht danach ist auf FOURNOI, etwas ostwärts von IKARIA. Obwohl der Meltemi hier zu spüren ist, liegen wir recht sicher und ohne besonderen Schwell. Wir sind das einzige Schiff in dieser herrlichen Bucht. Am einladenden Strand campen vereinzelt Naturisten.

Weiter zieht es meine Crew nach SAMOS. Allerdings erhält die Bordfrau eine schlechte Nachricht. Ihr Sohn hat eine Augenentzündung und bangt um die Sehfähigkeit. Sofort sucht sie nach Flugverbindungen von SAMOS nach Wien. Kaum ist im Hafen von PHYTOGORAION die Pasarella installiert, ist die Bordfrau auch schon entschwunden. Mein Skipper ist jetzt wieder solo.

Ein Kellner von der Taverne gibt noch Tipps, den Anker wegen der vorherrschenden Winde schräg nach Norden zu legen. Das ist jedoch gegen gute seemannschaftliche Regeln.

Gerade will mein Skipper wieder ablegen um auf Reede zu gehen, kommt schon der Hafenmeister und will Gebühren kassieren. Nun gut. Dann bleiben wir. Gut so. Denn ein anderer Skipper, Gheo, (und versierter Gitarrist) macht meinen Skipper auf ein Mandolinenkonzert am Abend in einer Taverne aufmerksam.

Der Abend ist dann recht nett. Spoiler: Diesen Skipper und Gitarristen hat mein Skipper schon mal im Youtube gesehen. Zusammen mit der talentierten Geigerin Maya von der Segelyacht „Magic Carpet“.

Was nun, so fragt sich mein Einhandsegler? Also weiter im DODEKANES. AGATHONISI, ARKI, PATMOS werden die Stopps. Dieses Revier ist meinem Skipper nicht unbekannt. Früher war er hier schon mehrfach unterwegs mit der „Thene II“, einer Sun Magic 44 vom Segelfreund Harry.

 

Für später im Monat hat sich Heidrun, die Schwester von meinem Skipper, zum Mitsegeln angesagt. Sie kommt per Flieger in MYKONOS an.

 

So geht es von PATMOS über wieder KIRYKOS nach MIKONOS. Nicht ganz ohne kleines Abenteuer. Denn die Überfahrt von IKARIA nach MYKONOS geht nicht auf Anhieb. Der heftige Meltemi verhindert zunächst diesen Schlag. Erst tags darauf ist es mäßiger und die Überfahrt gelingt.

 

In der Südbucht von MIKONOS Stadt ist es rappelvoll. Musikbeschallung vom Strand. Nicht eine. Nein aus allen Tavernen! Mit Heidrun an Bord geht es dann gleich weg von diesem Trubel zu einer ruhigen kleinen Insel im Westen – RINEA.

 

Von RINEA führt die Route es nach 2 Übernachtungen nach SYROS in die Bucht vor PHONIKAS.

 

Weiterfahrt nach KYTHNOS zum Hafen von LOUTRON mit seiner Thermalquelle. Dort ist jedoch alles belegt, so dass wir in die Bucht ostwärts ausweichen. Das Ankern/Anlegen gestaltet sich dort schwierig. Lange Kette geht nicht in der engen Bucht. Landleinen Manöver scheitern durch den herein fließenden Schwell. Schließlich gelingt es meiner kleinen Crew nach etlichen Versuchen, mich doch vor Anker festzumachen.

 

Heidrun muss in den nächsten Tagen zum Flughafen ATHEN. Folglich ist LAVRION unser Törnziel. So geht es gegen den Wind und Schwell nordwärts um das Kap KEFALOS herum zur Südostseite von KEA. Anfangs mit beiden Maschinen, sonst wäre ich gegen den Schwell und Wind nicht angekommen. Und von dort dann nach LAVRION.

 

Nun ist mein Skipper für die restliche Saison wieder einhand unterwegs. Von LAVRION wird aufgekreuzt bis in die Nacht hinein, bevor im Os VASILIKO der Insel MEGALO PETALI der Anker fest eingefahren wird. Er muss bei den heftigen Böen sicheren Halt bieten.

 

Entlang der Südwestküste von EUBÖA geht es weiter bis zu einer uns bekannten Bucht etwas außerhalb von VOUFALO. Am nächsten Morgen geht es gleich weiter bis zur Reede vor der Brücke von KALKIS, denn die Zeit drängt. Mein Skipper muss rechtzeitig zurrück sein für seine Hochzeit am 7. Oktober mit der Bordfreu, äh -frau.

 

Die Brücke wird nur nächtens geöffnet, abhängig von der Strömung und den Winden. Ab 22:00h gilt Hörbereitschaft am Funk. Allerdings dauerte es bis 02:30 bis es endlich los geht. Wegen Schwell und viel Wind ist ein Ankern in einer von anderen Seglern empfohlenen nahen Bucht nicht möglich. So geht es für meinen todmüden Skipper durch die Nacht bis zum Saisonziel YACHTYARD LIVADITIS bei LIMNI.

 

End of Season 2019.

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Immer heiter und gelassen